Ewald Sikler´s Anlagetipps

10 Tipps worauf Sie beim anlegen achten sollten

Laut Deutschem Aktieninstitut hielten 8,7 Millionen Anleger im zweiten Halbjahr 2014 Aktien direkt oder über Fondsanteile. 2001 gab es noch rund 12,8 Millionen Aktienbesitzer. Und warum haben viele genug von der Börse?

Weil sie sich das Leben mit Aktien selbst schwer machen. Dabei wäre schon viel gewonnen, wenn Aktionäre die größten Fehler vermeiden würden. Auf dieser Seite finden Sie 10 informative Tipps für Aktienanleger und 10 Tipps für professionelle Trader.

10 Tipps worauf Sie beim Anlegen achten sollten

1. Kurzfristiges Denken

In den meisten Fällen prüfen private Anleger, bevor sie eine Aktie kaufen, nur die Kurse der letzten paar Monate. Dazu meint Ewald Sikler aus Ingolstadt: "Viele Anleger richten sich bei ihren Entscheidungen für eine Anlage zu kurzfristig aus und vergessen die zehn Jahre zurückliegenden Krisen. Anleger sollten versuchen bei Anlagen langfristig zu denken. Dies scheint schwierig zu sein, den wer denkt schon 20 bis 30 Jahre in die Zukunft?"

Aber gerade eine Prognose auf lang Sicht zähle und nicht der Dax-Stand zum Ende des kommenden Jahres.

2. Zwischen Gier und Angst

Im besten Fall sollten Anleger sich beim Anlegen ihres Geldes rational entscheiden. Meist ist das jedoch nicht der Fall, sondern Gefühle spielen eine grosse Rolle. Auch hierzu meint Ewald Sikler aus Ingolstadt "Anleger wechseln zwischen Angst und Gier, wie beim Börsengang von Facebook gut zu sehen war".

Als Beispiel: Viele interessierte Anleger wollten bei dem Wirbel um den Börsenstart von Facebook an der US-Technologiebörse Nasdaq Gewinne erzielen. Doch der große Börsengang geriet zunächst zum Reinfall. Der anfängliche Aktienkurs fiel streckenweise um 20% unter den Ausgabepreis. Eine Gegenbewegung erfolgte erst einige Wochen später.

3. Eine Zuflucht in sichere Gefilde

Zusätzliche Angst vor Inflation bewegt Anleger in Richtung sicherer Geldanlagen, wie zum Beispiel Tagesgeld und Bundesanleihen. Börsenkenner Ewald Sikler: "Natürlich gab es vor der Finanzkrise gute Investments mit Sicherheit. Inzwischen gibt es diese aber nicht mehr. Die meisten Geldanleger gehen zu sehr davon aus, dass es den Euro in zehn bis 15 Jahren noch geben wird.

Ein guter Rat ist, sich auf währungsunabhängige Anlagen zu konzentrieren, wie etwa Gebäude, Eigentumswohnungen und Grundstücke. Doch auch hier sollte man es nicht übertreiben. Ewald Sikler, "In Krisen bevorzugen die Leute alles Greifbare - also Sachanlagen. Sie legen ihr Geld in Grundstücke, Kunstwerke, Weine und Gold an. Dabei begeben sie sich oft in Schwierigkeiten, da sich diese Anlagen nur sehr schwer wieder verkaufen lassen."

Bei der Furcht vor einer Inflation sollten Anleger auf breite Streuung in unterschiedlichen Bereichen und Firmenzweigen achten.

4. Bevorzugen Sie vertraute Anlagen

Anleger bevorzugen immer mehr Wertpapiere Ihres Heimatmarktes. Zahlreiche Ökonomen nennen dieses inzwischen global auftretende Phänomen "Home Bias". Dies führt bei Investoren zu einer Überlastung heimischer Anlagen in deren Depots.

Ewald Sikler aus Ingolstadt: "Die Mehrzahl der Investoren wollen die Kontrolle über ihre Anlagen und investieren deshalbin Aktien, die sie kennen."

Die Informationen der Anlage sind wegen der gleichen Sprache einfacher einzuholen und zu verstehen. Weiterhin wird über diese Unternehmen in den Medien ausführlicher berichtet, als über ausländische Unternehmen. Auch wenn dies Sicherheit bedeutet, sollte man auf eine breite Streuung nicht verzichten, um so das Risiko zu mindern.

5. Überschätzen Sie nicht ihre eigenen Fähigkeiten

Eine Vielzahl von privaten Anlegern ist immer noch der Meinung, dass ihre Kenntnisse weit über die von Anlageberatern hinausgehen. Dazu Ewald Sikler: "Viele Anleger haben in der Finanzkrise ihre bestehenden Fonds abgestossen und auf eigene Rechnung im Aktienmarkt investiert und überschätzten dabei ihre Fähigkeiten." Börsenpsychologen bezeichnen dies als 'Over-Confidence'.

Thematisch gleich ist auch die ungenaue Einschätzung der eigenen Fähigkeit Risiko zu tragen. Ewald Sikler: "Der durchschnittliche Anleger ist der Meinung, er könne eine 20%ige Abwertung ihrer Anlage verkraften. Sollte es aber dann einmal wirklich geschehen, sieht es oft anders aus, und sie verkaufen die Aktien aus Furcht vor einem weiteren Kursrückgang. Dadurch schliessen sie dann aus, möglicherweise beim nächsten Aufwärtstrend Verluste auszugleichen."

6. Informationsflut

Inzwischen können Anleger so viele Informationen über elektronische Medien erhalten, dass das 'Normale' meist untergeht und nur Extreminformationen wahrgenommen werden. Und dabei meist die negativen Infos. Durch die Mehrzahl der schlechten Nachrichten können selbst kleine positive Nachrichten Kursrallies hervorrufen.

Ein weiteres Resultat zusätzlicher verzerrter Wahrnehmung ist, dass komplizierte und sehr sachlich gehaltene Informationen eine geringere Eintrittswahrscheinlichkeit zugestanden wird, als anderen.

7. Falsche Bewertung der Vergangenheit

Wenn man Ereignisse in der Vergangenheit als repräsentativ für den momentanen Markt ansieht, dann liegt man sehr oft daneben. Ewald Sikler meint dazu: Viele altgediente Vermögensverwalter haben nach dem Einsturz der US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 verlauten lassen: Der problematische Markt entspreche dem der letzten 20 bis 30 Jahre, was bedeute, man könne wahllos Aktien kaufen. Dies war komplett falsch, denn niemand hatte bemerkt das die passende Lage aus der Vergangenheit, die einsetzende Weltwirtschaftskrise 1929 war.

8. Zu vieles Umschichten

Viele private Anleger denken, sie können den Markt dadurch schlagen, indem sie die passenden Aktienpakete wählen. Dies gelingt meist nicht. Ewald Sikler: "Oft reagieren Privatinvestoren auch bei kleinen Neuigkeiten überstürzt und investieren zu viel."
Meist wird eine Aktie bei einem steigendem Kurs gekauft und dann zeitig wieder verkauft bevor der Kurs nach der Einschätzung Anlegers wieder sinkt. Betrachtet man diese Problematik langfristig, kann man sehen, dass ein solches kurzfristiges 'Zocken' die Anleger daran hindert möglicherweise einen dauerhaften Kursgewinn mitzunehmen.
Weiterhin verdienen natürlich auch die Banken gut daran, da Anleger, die ihr Depot häufig umschichten, eine durchschnittliche Gebühr von 1,5 Prozent beim Aktienkauf zahlt. Viele bedenken nicht, dass man diese Kosten von der Rendite abziehen muss und daher einem langfristig viel Geld verloren geht.

9. Gewinner abstoßen, Verlierer nachkaufen

Fehler im Verbindung mit Verlust-Aktien sind diese optisch zu verbilligen, was bedeutet Aktien mit Kursverlusten nachzukaufen. Dabei versucht der Anleger den durchschnittlichen Einkaufspreis zu senken. Ein weiterer Fehler ist zu versuchen Verluste auszusitzen. Mehr Sinn macht eine sogenannte Stopp-Loss-Strategie nach dem Schema, sollte der Kurs eine bestimmte Grenze unterschreiten wird die Aktie wieder verkauft. Die gilt auch bei Gewinnen. Es ist auch hier sinnvoll ein Anlageziel ins Auge zu fassen, denn sonst kann es passieren, dass eine steigende Aktie zu früh zu verkauft wird.

10. Renditeorientierung

Statt eine ethische Orientierung zu bewerten begehen viele Anleger den Fehler nur auf die reine Rendite ihrer Anlege zu achten. Dies reicht bei weitem nicht aus in einem globalen Markt, in dem Unternehmen immer einflussreicher werden.
Ewald Sikler hierzu "Mit dem Erwerb von Aktien unterstütze man gleichzeitig dieses bestimmte Unternehmen und somit auch dessen ethische Ansichten."
Ein Anleger der langfristig sicher investieren will, sollte daher nicht ausschließlich auf die Rendite schauen.